Förderung des DFG-Netzwerks „Digitale Geographien – Geodaten – Code – Gesellschaft“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ab sofort ein von Dr. Christian Bittner beantragtes wissenschaftliches Netzwerk mit dem Titel „Digitale Geographien – Geodaten – Code – Gesellschaft“. Das Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema des digitalen Wandels in der deutschsprachigen Geographie voranzutreiben und als Forschungsfeld zu etablieren. Dies umfasst insbesondere drei inhaltliche Schwerpunkte: (1) die Weiterentwicklung gesellschaftstheoretischer Konzepte von Digitalisierungsprozessen, (2) die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Implikationen des digitalen Wandels sowie (3) die Erarbeitung von Methoden zur Erforschung digitaler Forschungsgegenstände.

Die TeilnehmerInnen des Netzwerks decken insgesamt 14 Universitätsstandorte in Deutschland, Österreich und Kanada ab und vertreten unterschiedlichste geographische Fachbereiche (z.B. Mobilitätsforschung, Stadtgeographie Tourismusgeographie, Politische Geographie, GIS, Geovisualisierung, Geoinformatik, Quantitative Geographie, Wirtschaftsgeographie, Sozialgeographie, Stadtgeographie, Entwicklungsgeographie und Risikoforschung) und Nachbardisziplinen (Informatik, Kartographie, Medienwissenschaften).

Im Rahmen der Förderung werden in den kommenden drei Jahren insgesamt sechs Workshops an verschiedenen Standorten organisiert. Das nächste Treffen wird am 8. und 9. November an der TU Wien stattfinden, mit einem thematischen Fokus auf Fragen der Visualisierung geographischer Informationen. Nähere Informationen folgen in Kürze auf der Website des Netzwerks.

Bei Interesse an einer Teilnahme und für weitere Auskünfte steht Christian Bittner gerne zur Verfügung (christian.bittner@fau.de).

Vortrag: Ungleichheiten in kollaborativen Online-Kartographien

Am 16. Und 17. November hat am Institut für Länderkunde in Leipzig eine Tagung stattgefunden zum Thema „Neogeographie – Kompetente Partizipation oder Illusion von Demokratisierung?“. Dabei ging es  – wie der Veranstaltungstitel bereits andeutet – um die Frage, inwieweit die neueren, interaktiven und kollaborativen Kartographien im Internet als eine „Demokratisierung“ kartographischer Praktiken verstanden werden sollten. Hier standen nicht nur Aspekte der Kartenherstellung im Fokus, sondern es wurde insbesondere auch die Seite der Kartennutzung thematisiert (das Konferenzprogramm ist hier zu finden). Die Veranstaltung war die Abschlusstagung eines Forschungsprojektes zu „Demokratisierung von Expertenwissen – Kartenproduktion und Kartengebrauch in neuen Medienwelten

Toll war, dass an der Tagung sowohl zahlreiche, eher anwendungsorientierte, KartographInnen und InformationswissenschaftlerInnen teilgenommen haben, als auch eher konzeptionell orientierte Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen. Dadurch gelang es, einen hilfreichen Austausch zwischen unterschiedlichen Fach-communities herzustellen.

Christian Bittner und Georg Glasze haben einen Vortrag zu „Ungleichheiten in kollaborativen Online-Kartographien: Exklusionsmechanismen jenseits des digital divide“ gehalten. Die zentrale These dieses Beitrages ist, dass die Trennlinie zwischen Teilnehmenden und Ausgeschlossenen von online-Kartographie nicht nur durch sozioökonomische Strukturen geprägt ist, sondern auch durch weitere, z.B. kulturelle und technologische Konstellationen. Als empirisches Beispiel für die These diente ein Vergleich zwischen OpenStreetMap und Wikimapia in Israel und Palästina.

Bei der insgesamt sehr professionell organisierte Tagung wurde zudem visuell durch die berliner Illustratorin Elke Steiner unterstützt, die als live-Zeichnerin beeindruckende Veranschaulichungen der Vorträge und Diskussionen erstellt hat. Unten die Zeichnung zu unserem Beitrag, ein Tagungsbericht mit den übrigen Werken ist hier zu finden.

Förderung für Dr. Christian Bittner durch die „Emerging Talents Initiative“

Christian Bittner wird ab Oktober durch die „Emerging Talents Initiative“ der Universität Erlangen-Nürnberg gefördert. Dieses Förderinstrument unterstützt talentierte NachwuchswissenschaftlerInnen beim Aufbau ihrer wissenschaftlichen Eigenständigkeit. Christian Bittner erhält Fördermittel zur Vorbereitung eines größeren Forschungsprojektes mit dem Titel „Die Transformation des menschlichen Wissens in strukturierte Daten – soziale Dimensionen von Wikidata“. Das Projekt zielt auf eine kritisch-sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem kollaborativen Datenbankprojekt Wikidata und knüpft an Debatten um datafication, big data und den digitalen Wandel an.ETI-Logo

Workshop „Regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere“

Am 3. Und 4. November hat bei uns in Erlangen der Workshop „Regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere“ stattgefunden. Die Veranstaltung war Teil des von der DFG finanzierten Forschungsprojektes „Exklusionen in volunteered geographic information (VGI): OpenStreetMap und WikiMapia in Israel/Palästina“ und befasste sich mit der Frage, inwiefern sich Identitätspolitiken durch die Verbreitung digitaler Medien verändern. Der internationale Workshop wurde in Kooperation mit Elad Segev (Universität Tel Aviv) organisiert. Die insgesamt zehn Beiträgen von TeilnehmerInnen aus Israel, Großbritannien, Frankreich und Deutschland griffen verschiedenste Themen auf, vom Einfluss von Computerspielen auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung junger Menschen in Israel und Palästina bis hin zu AfD-nahen Netzwerken auf Twitter im Bundestagswahlkampf.

Veranstaltungsposter

Poster: Regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere

Geoweb-Studien auf dem Deutschen Kongress für Geographie in Tübingen (29.9. – 4.10.)

Auf dem diesjährigen „Deutschen Kongress für Geographie“ (DKG) in Tübingen, waren wir an verschiedenen Sitzungen beteiligt. Auf dem Treffen des Arbeitskreises Politische Geographie hielten Finn Dammann und Georg Glasze den Vortrag „Kartographie, Geoinformation und der souveräne Nationalstaat im 21. Jahrhundert“. Tim Elrick hat zusammen mit Michael Bauder die Fachsitzung „Digitale Geographien erforschen“ organisiert. Hier haben unter anderem Matthias Plennert („Der sozio-technische Hintergrund von social tagging in OpenStreetMap – eine digitale Archäologie“) und Christian Bittner („Geographische Voreingenommenheit und epistemologische Vielfalt von Wikimapia“) Vorträge zu ihren aktuellen Forschungen gehalten. Zudem hat Georg Glasze zusammen mit Marc Böckler eine stark nachgefragte Podiumsdiskussion organisiert mit dem Titel: „Digitale Geographien – Konzeption und Problematisierung einer neuen Teildisziplin“. Diskutanten waren Inga Gryl (Duisburg/Essen), Paul Reuber (Münster), Christoph Schlieder (Bamberg), Harald Sterly (Köln) und Pablo Abend (Köln).

Podiumsdiskussion: Digitale Geographie

Podiumsdiskussion: Digitale Geographien – Konzeption und Problematisierung einer neuen Teildisziplin

Vortragsvideo: Digitale Kartographien – Digitale Geographien (Prof. Dr. Georg Glasze im Collegium Alexandrinum)

Das Collegium Alexandrinum der FAU Erlangen-Nürnberg hat im Sommersemester 2017 eine Vortragsreihe zu “Kulturen der Digitalität” organisiert. Drei der Vorträge sind jetzt als Videoaufzeichnung verfügbar – darunter auch ein Vortrag von Prof. Dr. Georg Glasze zu: “Digitale Kartographien – digitale Geographien. Wie verändert Digitalisierung, was wir über die Welt wissen und wie wir in der Welt agieren?“.

Digitale Geographien auf dem Deutschen Kongress für Geographie 29. September bis 3. Oktober in Tübingen

Netzwerktreffen Digitale Geographien

Das nächste Netzwerktreffen „Digitale Geographien“ findet während des Deutschen Kongresses für Geographie (DKG) 2017 in Tübingen statt. Wir treffen uns am Sonntag, 1. Oktober 2017, um 18.30 Uhr im Asien-Orient-Institut, Abteilung für Orient- und Islamwissenschaft, Wilhelmstraße 113, EG links, Übungsraum 1 (Anfahrt: Busse 1, 7, 21 ab Uni, Haltestelle Landhausstraße, andere Straßenseite, 2. Haus stadteinwärts). Interessierte sind gerne willkommen!

Aus dem Kontext des Netzwerks heraus wurden folgende Veranstaltungen auf dem Kongress organisiert:

Montag, 2. Oktober 8.30-10.00 Panel “Digitale Geographien erforschen” mit Beiträgen von Christian Bittner, Rafael Hologa, Matthias Plennert und Peter Mandl – Moderation Tim Elrick und Michael Bauder.

Montag, 2. Oktober 13.45-15.15: Podiumsdiskussion „Digitale Geographien – Konzeption und Problematisierung einer neuen Teildisziplin“ (mit Inga Gryl, Pablo Abend, Paul Reuber, Christoph Schlieder, Harald Sterly und Julia Verne – Moderation Georg Glasze & Marc Boeckler)

Darüber hinaus diskutieren mehrere weitere Veranstaltungen inhaltliche, konzeptionelle und methodische Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die Geographie. Kollegen aus den Geistes- und Kulturwissenschaften diskutieren bspw. am Dienstag, 3. Oktober über das Verhältnis von Geographie und den Digital Humanities.

Geodata-integration and -analytics: Seminar im MA Kulturgeographie im WS 17/18

Im Wintersemester 17/18 können wir im Rahmen der “Externen Expertise” in der Erlanger Kulturgeographie ein Master-Seminar zur Geodaten-Integration und Analyse anbieten. Nähere Informationen zu Inhalten, Zielen und Ablauf finden Sie hier: MA Kulturgeographie FAU WS 17_18 externe expertise geodata analytics.

GeoDatenZentrum in der Erlanger Geographie – Eröffnung am Mi., den 17. Mai 2017

Im Kontext neuer sozio-technischer Praktiken im Web 2.0 entstehen immer mehr digitale Daten, die mit einer geographischen Referenz versehen sind (Geodaten). Die Verarbeitung und Nutzung dieser Geodaten hält Einzug in viele gesellschaftliche Bereiche (Kartographie, Navigation, location based services, „smart cities“, Geomarketing, Katastrophenhilfe, Naturschutz usw.) und transformiert, was wir über die Welt wissen und wie wir in der Welt agieren.

Vor diesem Hintergrund bauen wir am Institut für Geographie der FAU in Erlangen eine Datenbank auf, welche frei verfügbare Geodaten sammelt, aufbereitet und für Forschung und Lehre an der FAU vorhält. Die Eröffnung im Rahmen des kulturgeographischen Kolloquiums und der WebWeek Nürnberg hat Ziele und Möglichkeiten des Geodatenzentrums vorgestellt.

geodatenzentrum_logo

  • Georg Glasze (Institut für Geographie): Einführung – wozu ein Geodatenzentrum I?
  • Finn Dammann (Institut für Geographie): Praxis – was macht das Geodatenzentrum?
  • Konstantin Böhm (Ancud GmbH, Nürnberg): Förderung – wozu ein Geodatenzentrum II?
  • Christian Bittner (Institut für Geographie): Überblicksvortrag – sozial- und kulturgeographische Forschung mit und zu Geodaten

(Georg Glasze, Konstantin Böhm, Finn Dammann und Christian Bittner v.l.n.r.)

Weitere Informationen zum GeoDatenZentrum am Erlanger Institut für Geographie bei finn.dammann@fau.de