Förderung für Dr. Christian Bittner durch die „Emerging Talents Initiative“

Christian Bittner wird ab Oktober durch die „Emerging Talents Initiative“ der Universität Erlangen-Nürnberg gefördert. Dieses Förderinstrument unterstützt talentierte NachwuchswissenschaftlerInnen beim Aufbau ihrer wissenschaftlichen Eigenständigkeit. Christian Bittner erhält Fördermittel zur Vorbereitung eines größeren Forschungsprojektes mit dem Titel „Die Transformation des menschlichen Wissens in strukturierte Daten – soziale Dimensionen von Wikidata“. Das Projekt zielt auf eine kritisch-sozialwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem kollaborativen Datenbankprojekt Wikidata und knüpft an Debatten um datafication, big data und den digitalen Wandel an.ETI-Logo

Workshop „Regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere“

Am 3. Und 4. November hat bei uns in Erlangen der Workshop „Regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere“ stattgefunden. Die Veranstaltung war Teil des von der DFG finanzierten Forschungsprojektes „Exklusionen in volunteered geographic information (VGI): OpenStreetMap und WikiMapia in Israel/Palästina“ und befasste sich mit der Frage, inwiefern sich Identitätspolitiken durch die Verbreitung digitaler Medien verändern. Der internationale Workshop wurde in Kooperation mit Elad Segev (Universität Tel Aviv) organisiert. Die insgesamt zehn Beiträgen von TeilnehmerInnen aus Israel, Großbritannien, Frankreich und Deutschland griffen verschiedenste Themen auf, vom Einfluss von Computerspielen auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung junger Menschen in Israel und Palästina bis hin zu AfD-nahen Netzwerken auf Twitter im Bundestagswahlkampf.

Veranstaltungsposter

Poster: Regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere

Geoweb-Studien auf dem Deutschen Kongress für Geographie in Tübingen (29.9. – 4.10.)

Auf dem diesjährigen „Deutschen Kongress für Geographie“ (DKG) in Tübingen, waren wir an verschiedenen Sitzungen beteiligt. Auf dem Treffen des Arbeitskreises Politische Geographie hielten Finn Dammann und Georg Glasze den Vortrag „Kartographie, Geoinformation und der souveräne Nationalstaat im 21. Jahrhundert“. Tim Elrick hat zusammen mit Michael Bauder die Fachsitzung „Digitale Geographien erforschen“ organisiert. Hier haben unter anderem Matthias Plennert („Der sozio-technische Hintergrund von social tagging in OpenStreetMap – eine digitale Archäologie“) und Christian Bittner („Geographische Voreingenommenheit und epistemologische Vielfalt von Wikimapia“) Vorträge zu ihren aktuellen Forschungen gehalten. Zudem hat Georg Glasze zusammen mit Marc Böckler eine stark nachgefragte Podiumsdiskussion organisiert mit dem Titel: „Digitale Geographien – Konzeption und Problematisierung einer neuen Teildisziplin“. Diskutanten waren Inga Gryl (Duisburg/Essen), Paul Reuber (Münster), Christoph Schlieder (Bamberg), Harald Sterly (Köln) und Pablo Abend (Köln).

Podiumsdiskussion: Digitale Geographie

Podiumsdiskussion: Digitale Geographien – Konzeption und Problematisierung einer neuen Teildisziplin

Vortragsvideo: Digitale Kartographien – Digitale Geographien (Prof. Dr. Georg Glasze im Collegium Alexandrinum)

Das Collegium Alexandrinum der FAU Erlangen-Nürnberg hat im Sommersemester 2017 eine Vortragsreihe zu „Kulturen der Digitalität“ organisiert. Drei der Vorträge sind jetzt als Videoaufzeichnung verfügbar – darunter auch ein Vortrag von Prof. Dr. Georg Glasze zu: „Digitale Kartographien – digitale Geographien. Wie verändert Digitalisierung, was wir über die Welt wissen und wie wir in der Welt agieren?„.

Digitale Geographien auf dem Deutschen Kongress für Geographie 29. September bis 3. Oktober in Tübingen

Netzwerktreffen Digitale Geographien

Das nächste Netzwerktreffen „Digitale Geographien“ findet während des Deutschen Kongresses für Geographie (DKG) 2017 in Tübingen statt. Wir treffen uns am Sonntag, 1. Oktober 2017, um 18.30 Uhr im Asien-Orient-Institut, Abteilung für Orient- und Islamwissenschaft, Wilhelmstraße 113, EG links, Übungsraum 1 (Anfahrt: Busse 1, 7, 21 ab Uni, Haltestelle Landhausstraße, andere Straßenseite, 2. Haus stadteinwärts). Interessierte sind gerne willkommen!

Aus dem Kontext des Netzwerks heraus wurden folgende Veranstaltungen auf dem Kongress organisiert:

Montag, 2. Oktober 8.30-10.00 Panel „Digitale Geographien erforschen“ mit Beiträgen von Christian Bittner, Rafael Hologa, Matthias Plennert und Peter Mandl – Moderation Tim Elrick und Michael Bauder.

Montag, 2. Oktober 13.45-15.15: Podiumsdiskussion „Digitale Geographien – Konzeption und Problematisierung einer neuen Teildisziplin“ (mit Inga Gryl, Pablo Abend, Paul Reuber, Christoph Schlieder, Harald Sterly und Julia Verne – Moderation Georg Glasze & Marc Boeckler)

Darüber hinaus diskutieren mehrere weitere Veranstaltungen inhaltliche, konzeptionelle und methodische Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die Geographie. Kollegen aus den Geistes- und Kulturwissenschaften diskutieren bspw. am Dienstag, 3. Oktober über das Verhältnis von Geographie und den Digital Humanities.

Geodata-integration and -analytics: Seminar im MA Kulturgeographie im WS 17/18

Im Wintersemester 17/18 können wir im Rahmen der „Externen Expertise“ in der Erlanger Kulturgeographie ein Master-Seminar zur Geodaten-Integration und Analyse anbieten. Nähere Informationen zu Inhalten, Zielen und Ablauf finden Sie hier: MA Kulturgeographie FAU WS 17_18 externe expertise geodata analytics.

GeoDatenZentrum in der Erlanger Geographie – Eröffnung am Mi., den 17. Mai 2017

Im Kontext neuer sozio-technischer Praktiken im Web 2.0 entstehen immer mehr digitale Daten, die mit einer geographischen Referenz versehen sind (Geodaten). Die Verarbeitung und Nutzung dieser Geodaten hält Einzug in viele gesellschaftliche Bereiche (Kartographie, Navigation, location based services, „smart cities“, Geomarketing, Katastrophenhilfe, Naturschutz usw.) und transformiert, was wir über die Welt wissen und wie wir in der Welt agieren.

Vor diesem Hintergrund bauen wir am Institut für Geographie der FAU in Erlangen eine Datenbank auf, welche frei verfügbare Geodaten sammelt, aufbereitet und für Forschung und Lehre an der FAU vorhält. Die Eröffnung im Rahmen des kulturgeographischen Kolloquiums und der WebWeek Nürnberg hat Ziele und Möglichkeiten des Geodatenzentrums vorgestellt.

geodatenzentrum_logo

  • Georg Glasze (Institut für Geographie): Einführung – wozu ein Geodatenzentrum I?
  • Finn Dammann (Institut für Geographie): Praxis – was macht das Geodatenzentrum?
  • Konstantin Böhm (Ancud GmbH, Nürnberg): Förderung – wozu ein Geodatenzentrum II?
  • Christian Bittner (Institut für Geographie): Überblicksvortrag – sozial- und kulturgeographische Forschung mit und zu Geodaten

(Georg Glasze, Konstantin Böhm, Finn Dammann und Christian Bittner v.l.n.r.)

Weitere Informationen zum GeoDatenZentrum am Erlanger Institut für Geographie bei finn.dammann@fau.de

Workshop: Regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere

Workshop: Regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere

3-4 November 2017, Erlangen, Germany

(workshop program as *.pdf)

 

Organizers: Georg Glasze & Christian Bittner (University of Erlangen-Nürnberg), Elad Segev (Tel Aviv University)

The communication of specific narratives of collective identity often plays a major role in settings of regional conflicts. Hegemonic actors or majority groups promote narratives that justify claims on territory, natural resources or simply political power. Marginalized groups are mobilized through counter narratives of being a community of fate, sharing a common history, destiny and cultural heritage. In these struggles, influence upon and access to communication media constitutes a vital strategic value. These relationships can be witnessed in manifold regional conflicts, be it in Israel/Palestine, in Ukraine, the Kashmir region, Western Sahara, Catalonia, etc.

Digital communication technologies have created new opportunities for information flows across borders and social groups of all kinds and scales. Online platforms are employed for participation, empowerment, and emancipation of marginalized groups, providing new actors with the ability to articulate their perspectives and reach a wider audience. However there are not only new possibilities for social inclusion but also  various patterns of communication exclusion, such as language bubbles, content filters, demographic biases, skill levels, governmental restrictions, or the unequal distribution of net infrastructures. While acknowledging the empowering potential of the internet, new studies emphasize the (re)production and manifestation of uneven power structures and societal hierarchies through and within the internet. These multifaceted inclusion/exclusion mechanisms can be summarized under the umbrella term of digital divide(s).

Within these heterogeneous socio-technological constellations, we want to assess the transformative potential of the internet for contested spatial identities in the settings of regional conflicts. How are conflicting identities negotiated in the digital sphere? To what extend are marginalized voices and perspectives being articulated through digital communication technologies? What strategies do traditional gatekeepers and hegemonic actors pursue to maintain their privileged speaker positions? What is the role of digital divides or state restrictions on digital communication infrastructures?

The proposed workshop wants to bring together international scholars from various academic disciplines who are involved in critical research on online-negotiations of spatial identities in the context of regional conflicts. It aspires an assessment and systematization of the various dimensions of collective identity formation in the internet as well as fruitful exchange on methodological aspects of online and offline research in the thematic field.

Friday, 03.11.2017

Starting at 12.00: get-together with finger food

13:00 Christian BittnerFriedrich- Alexander University of Erlangen-Nuremberg Welcome
13:20 Georg GlaszeFriedrich-Alexander University of Erlangen-Nuremberg Beyond “liberation technologies”: thinking about regional conflicts and contested spatial identities in the digital sphere
13:40 Arik Segal
Hadassa Academic College Jerusalem
The use of social media platforms in international conflict management
14:20 Ronit Kampf Tel Aviv University Role-taking and attitude change in a computerized simulation of the Israeli-Palestinian conflict: direct party vs. distant party
15:00 Coffee Break
15:30 Sanna OjanperäUniversity of Oxford Studying the impact of ICT policies on growth patterns oflocal online content in Sub-Saharan Africa
16:10 Elad SegevTel Aviv University Provocation narratives as a communication strategy in international news
16:50 Coffee Break
17:10 Tobias Schopper, Thilo Wiertzboth University of Freiburg Quantitative approaches to text and tweets: negotiating culture and identity in German federalelections

 

Starting at 19:00: group dinner

 

Saturday, 04.11.2017

9:00 Coffee
9:20 Romain Leconte, Claude Graslandboth Paris Diderot University, International College of Territorial Sciences Paris,UMR Géographie-citésMarta SeveroUniversity Paris Nanterre, International College of Territorial Sciences Paris,Dicen-idf Contested visions of Europe during refugees’ crisis:traditional gatekeepers in the digital sphere
10:00 Lea Bauer
Leibniz Insitute for Regional Geography Leipzig
Tactical maptivism.Exploring tactics of political formation in activists counter-mapping practices – examplesfrom refugee maps
10:40 Coffee Break
11:00 Frederik von Reumont, Sebastian Seidel
both University of Cologne
Taking the battle to cyberspace – delineating borders and mapping identities in Western Sahara
11:40 Benjamin HeidrichOtto von Guericke University Magdeburg The discursive construction of the future state in the Syrian civil war
12:20 Lunch Break
13:20 Christian BittnerFriedrich-Alexander University of Erlangen-Nuremberg Online mapping platforms and spatial identities, the case of Israel/Palestine
14:00 –15:00 Elad Segev (discussant)Tel Aviv University Concluding discussion

 

Artikel: OpenStreetMap in Israel and Palestine – ‘Game changer’ or reproducer of contested cartographies?

crosspost von amapisamapisamap.wordpress.com

Kürzlich ist ein Artikel von mir in der Zeitschrift Political Geography erschienen, der die Geschichten von OpenStreetMap in Israel und Palästina miteinander vergleicht.

Der Beitrag setzt an zwei widersprüchlichen Ausgangsbeobachtungen an: einerseits findet eine Öffnung und Egalisierung kartographischer Praktiken im Web 2.0 statt, andererseits existiert in Israel/Palästina eine lange Tradition konflikthafter und antagonistischer Kartographien. Im Zentrum des Artikels steht die Frage, inwiefern durch OSM eine Fortschreibung oder eine Neuaushandlung umkämpfter Kartographien in Palästina und Israel stattfindet.

Hierfür wird die Genese von OSM in Israel und in Palästina anhand zentraler Entwicklungslinien und Debatten aufgearbeitet. Dabei werden, einem mixed-methods-Ansatz folgend, data mining Verfahren und geostatistische Analysen der OSM-Datenbank mit qualitativen Interviews sowie Auswertungen zahlreicher weiterer Dokumente der OSM community verknüpft.

Im Ergebnis zeigt sich, dass OSM in der Region von israelischen Mappern dominiert ist, während sich bislang keine palästinensische OSM-community gebildet hat. Als eine wichtige Ursache für diese ungleiche Beteiligungsstruktur wird das ground-truth-Paradigma von OSM angesehen, also einer Richtlinie, nach der Dinge kartiert werden sollen, die auch tatsächlich vor Ort sichtbar sind. Dieses Vorgehen impliziert die unhinterfragte Kartierung bestehender materieller Raumstrukturen und stößt daher eher bei einer israelischen Perspektive auf die Region auf Akzeptanz als bei einer palästinensischen.

Die Folge ist, dass die Daten von OSM in israelisch kontrollierten Gebieten (dazu zählen beispielsweise auch die jüdischen Siedlungen im Westjordanland) meist detailreicher sind als in palästinensischen Gebieten. Auf diese Weise schreibt sich die fragmentierte politische Geographie der Region wie ein Fußabdruck in die Daten (und die Karten) von OSM ein, ohne dass OSM selber ein Austragungsort des Konfliktes zwischen PalästinenserInnen und Israelis wäre.

Der Artikel ist hier zu finden:

Bittner, C. (2017): OpenStreetMap in Israel and Palestine – ‘Game changer’ or reproducer of contested cartographies? In: Political Geography 57, 34–48.

(Wer keinen Zugriff auf die Zeitschrift hat, kann mich gerne nach einer privaten Kopie fragen: christian.bittner[at]fau.de)