Forschungsprojekte

Die Rolle von software für volunteered geographic information:  eine Genealogie von OpenStreetMap aus der Perspektive der software-studies
(Dissertationsprojekt Matthias Plennert, MA; in Kooperation mit Prof. Dr. Dr. Christoph Schlieder; Lehrstuhl für Kulturgeographie der Universität Bamberg)
Kurzbeschreibung

Geodaten sind im Alltag stets präsent und beeinflussen maßgeblich unsere täglichen Routinen. Sie sind sowohl Grundlage als auch Produkt für das Handeln von großen staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren. Gleichzeitig sind sie Teil eines machtvollen Diskurses, der bestimmte Weltbilder (re-)produziert und soziale Wirklichkeiten beeinflusst. Mit der Digitalisierung und Vernetzung der Erfassungs-, Bearbeitungs-, Organisations-, und Präsentationsprozesse und Inhalte erfahren Geodaten in den letzten Dekaden einen fundamentalen Wandel. Software ist für Geodaten zu einem unumgänglichen Medium geworden, welches in zahlreichen verschiedenen Formen und Funktionen auftritt.

Im Alltag werden Software-Anwendungen kaum noch aktiv wahrgenommen, geschweige denn hinterfragt. Gleichzeitig verbergen sie sehr komplexe Prozesse, welche häufig durch den Mangel an technischer Expertise verborgen bleiben. Sie bilden für so gut wie alle Nutzer Blackboxes, die ihre Mechanismen und Entscheidungen zumeist verbergen. Deshalb wird es zunehmend schwieriger, aber auch notwendiger, räumliche Informationen und ihre digitale Entstehung kritisch zu hinterfragen.

Bisher wurde Software im Kontext von Geodaten meist aus einer technisch-optimierenden Perspektive betrachtet (vgl. Studien der Geoinformatik). Zwar wurden die Effekte von Software auf die Gesellschaft durchaus im wissenschaftlichen Kontext behandelt (Kitchin und Dodge 2005, 2011; Kitchin 2014), es fehlen aber tiefgreifendere empirische Studien, die sich mit dem Medium auseinandersetzen. Solche Studien können das Verständnis von Software als sozial konstruiertes Artefakt bereichern.

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die machtvollen sozialen Fixierungen von bestimmten Kategorisierungen, Abläufen und Prozessen sowie Einschreibungen von Rollen, Aufgaben, Interessen und Ideen offenzulegen. Damit wird es möglich, die Entstehung und das Wirken von Software verstehen zu können. Als Forschungsobjekt dient dabei das OpenStreetMap-Projekt, das auf einer umfassenden Software-Architektur aufbaut. Als Fallstudien werden verschiedene Software-Komponenten herangezogen, welche mit einem genealogischen Vorgehen untersucht werden.

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Exklusionen in Volunteered Geographic Information: das Beispiel OpenStreetMap und WikiMapia in Israel/Palästina
(Dissertationsprojekt Christian Bittner; Anschubförderungen durch die Bayerische Forschungsallianz und die Schmauser-Stiftung; DFG Sachmittelförderung 2015-2018)
Kurzbeschreibung

Volunteered geographic information (VGI) d. h. die freiwillige und unbezahlte Sammlung von Geodaten im interaktiven web 2.0, wurde teilweise als Chance interpretiert, bislang marginalisierten Stimmen Zugang zur Erstellung und Verbreitung von geographischen Informationen zu eröffnen. Allerdings wurde die Vorstellung, dass im web 2.0 jede/jeder an der Herstellung von geographischen Informationen mitwirken kann, bereits früh hinterfragt und auf verschiedene soziale und sozio-technische Formen der Exklusion hingewiesen. Trotz der rasch wachsenden Bedeutung von VGI für viele gesellschaftliche Bereiche liegen aber bislang nur sehr wenige und kaum systematische empirische Studien zu diesen sozialen und soBittner_.JLEM_OSM-1024x510zio-technischen Hintergründen von VGI vor. Hier setzt das beantragte Forschungsprojekt an, das darauf abzielt, die Herstellung von kollaborativ erarbeiteten Geodaten zu rekonstruieren. Dabei will es Prozesse der Marginalisierung und Exklusion herausarbeiten und damit untersuchen, wie sich gesellschaftliche Ungleichheiten in VGI einschreiben und mit VGI reproduziert werden. Als Fallstudien untersuchen wir die weltweit erfolgreichsten kollaborativen Geodatenbanken OpenStreetMap (OSM) und WikiMapia, in einem regionalen Kontext, der aufgrund seiner vielfältigen gesellschaftlichen Disparitäten und politischen Konfliktlinien besonders aufschlussreich und daher empirisch fruchtbar ist: Israel/Palästina
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“Mosques and maps – a case study on the transformation of geoinformation and cartographic representation in the digital age”
(Georg Glasze und Dr. Tim Elrick)
Kurzbeschreibung

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Nutzung und Potenzial von digitalen Geodaten für Stadtforschung und Raumbeobachtung
(Tim Elrick und Matthias Plennert)
Kurzbeschreibung

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Sprachgeographie in OpenStreetMap – Eine geolinuistische Analyse
(abgeschlossene Masterarbeit von Finn Dammann)
Kurzbeschreibung

Die dezentralen Organisationsstrukturen und nutzergenerierten Inhalte im Web 2.0 stellen eine ganz neue Form der Wissensproduktion dar. Es ist nun möglich, dass unterschiedliche, sich ergänzende oder widersprechende Sichtweisen aus einer Vielzahl von Stimmen nebeneinanderDominanteSprachenWeltweitOSM bestehen und komplexe Repräsentationen von Wirklichkeit konstruieren. Im Kontext des Geowebs spielen dabei VGI-Projekte eine wichtige Rolle, in denen eine kollektive Autorenschaft lokales Wissen zusammenträgt, welches sich zu einer Repräsentation des geographischen Raumes zusammensetzt. Studien der letzte Jahre haben gezeigt, dass das demokratische Potenzial dieser Projekte nicht in dem Maße ausgeschöpft wird, wie es theoretisch möglich wäre: Hierarchische Muster in Datendichte und Nutzerpartizipation weisen darauf hin, dass auch eine kollektive Autorenschaft nicht frei von konventionellen Wahrnehmungsmustern Wissen produziert. Sprache übernimmt hier, gleichzeitig als Zugang und Barriere zu Informationen, eine zentrale Funktion für die Partizipation. In diesem Zusammenhang untersuchte die Masterarbeit aus einer geolinguistischen Perspektive die Rolle von Sprache als Zugangsbarriere für die Nutzerpartizipation am Beispiel OpenStreetMap. Über Analysen zu Partizipationsstärken linguistischer Gruppen und geolinguistischer Muster auf unterschiedlichen Maßstabsebenen konnten Dominanzen einzelner Sprachen erkannt und vielschichtige Sprachbarrieren ausgemacht werden.

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Unternehmerische Praktiken der Nutzung von digitalen Geodaten
(Habilitationsprojekt Tim Elrick)
Kurzbeschreibung

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Vom Map-Gardening zum Map-Guarding – Territoriale Administration in OpenStreetMap
(abgeschlossene Masterarbeit von Matthias Plennert)
Kurzbeschreibung

OpenStreetMap ist eine wiki-community mit dem erklärten Ziel, digitale Geodaten zu erheben und diese offen zur Verfügung zu stellen. Die freiwillig erhobenen und offenen Geodaten werden als Volunteered Geographic Information (VGI) bezeichnet (Goodchild 2007: 212). Bei der Geodatenerhebung, dem sogenannten mapping, gibt es in OSM keine festen räumlichen oder thematischen Grenzen. OSM hat sich so zu einem der wichtigsten Anbieter von VGI entwickelt und ist inzwischen für zahlreiche Anwendungen interessant (insbesondere Navigation und Kartendienste) – zunehmend auch für staatliche und kommerzielle Dienste.

Das Forschungsprojekt „Vom Map-Gardening zum Map-Guarding – Territoriale Administration in OpenStreetMap“ widmet sich in diesem Kontext der Pflege von Geodaten in OSM. Insbesondere bei einer offenen community ohne klare Rollen und Hierarchien ist es schwierig, einen Datenbestand aktuell, integer und fehlerfrei zu halten. Dennoch schafft es OpenStreetMap, die Geodaten in dieser Hinsicht zu pflegen. Dabei spielt insbesondere ein persönliches Verantwortungsgefühl gegenüber den selbst erstellten Geodaten eine Rolle. Das Forschungsprojekt widmet sich im Rahmen einer Abschlussarbeit der Thematik der Datenpflege als territorialer Administration.

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Von der Landschaft zu ‚reinem‘ Raum, Modell und System. Ein Beitrag zu einer Wissenschaftsgeschichte der Quantitativen Revolution in der deutschsprachigen Geographie (Boris Michel und Katharina Paulus; Sachmittelförderung durch die Thyssen-Stiftung)
Kurzbeschreibung

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